Digital High Asia

Ausstellung zum Inhalt und Potential der Forschungen von
Prof. Dr. M. Kuhle †

Hintergrund

Forschungsgebiete von Matthias Kuhle

Die umfangreichen Geländearbeiten von Matthias Kuhle, die in seiner über vierzig Jahre andauernden wissenschaftlichen Laufbahn von ihm durchgeführt wurden, hinterlassen einen Schatz von analogen Bildern, sedimentologischen Analysen sowie klimatischen Messergebnissen aus nahezu dem gesamten Gebiet Hochasiens sowie Teilen der Nordpolarregionen, der Alpen und der Anden und weiteren Gebirgsregionen.

Die Aufnahmen, die in den letzten fünfundvierzig Jahren entstanden sind, ermöglichen durch einen Abgleich mit jüngeren Fernerkundungsinformationen unter anderem auch detaillierte Erkenntnisse über die klimatischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte in diesen Regionen, da sich eine Vielzahl an Gletschern unter den abgebildeten Objekten befinden, von denen es großenteils keine anderen älteren Informationen gibt. Aber auch Veränderungen in der Siedlungsstruktur und Landnutzung lassen sich mit Hilfe vieler von Kuhles Bildern deutlich nachvollziehen.

Neben der reinen Verfügbarkeit über den digitalen Zugang zu erhöht sich die Aussagekraft der Informationen über die Einbindung in ein dreidimensionales Geländemodell. Durch diese Verknüpfung, bei der Photo- und Probennahmestandorte im Geländemodell sichtbar werden und die Inhalte aufrufbar sind, entsteht eine völlig neue Qualität in der Darstellung der Lagebeziehungen zwischen den einzelnen Geländebefunden. Diese Lagebeziehungen mußten in der Vergangenheit über zweidimensionale Karten und umfangreiche Beschreibungen erklärt werden, und waren in vielen Fällen nur recht kompliziert darstellbar und schwer verständlich.

Der Perspektivunterschied zwischen den Aufnahmen aus dem Gelände und den Satellitenbildaufnahmen der Fernerkundung hat den Effekt, dass sich die Informationen der beiden Techniken ergänzen. Die Tatsache dass Satellitenbilder senkrecht aufgenommen werden und Aufnahmen während der Geländeaufenthalte nahezu waagerecht, führt dazu, dass Inhalte, die durch die Steilheit des Geländes aus der senkrechten Perspektive nicht zu erkennen sind, auf den Photographien präzise abgebildet sind. Hinzu kommt die erheblich höhere Auflösung der analogen Photos, die gerade in der Geomorphologie Details zu erkennen erlaubt, die auf dem Wege der Fernerkundung nicht möglich sind.